Gerne teilen wir unsere Urlaubsgeschichten mit der ganzen Welt und wie interessant kann es sein, sich von den Reiseerlebnissen anderer inspirieren zu lassen? In diesem Blog erzählen Steffi und Manuel von Ihren vielem Abenteuern und Ihren Reisen den Nordkapp.

Camper Steffi en Manuel
Alter 36 jaar en 40 jaar
Camper seit 2003
Campen mit Pössl 2Win
Campen mit Steffi und Manuel

Erzählen Sie hier bitte etwas über sich selbst Und Ihren Partner. Wie sind Sie zu Campern geworden?

Hinter Vantastic Camper stecken wir: Ich ( Steffi ) 36 Jahre alt und Betriebsleiterin, mein Mann Manuel, 40 Jahre und Lokführer von Beruf und Maya unsere 12 Jahre alte Mischlingshündin, die schon seit Welpe an mit uns im Wohnmobil unterwegs ist. Zusammen mit unseren Hühnern Frieda, Petra, Tiffy und Monika leben wir auf einem kleinen Hof im schönen Münsterland in Nordrhein-Westfalen. Im Urlaub wandern wir gerne und halten uns viel in der Natur auf. Wenn wir im Sommer am Meer sind schnorcheln wir oder fahren mit unserem SUP Board. Manuel ist leidenschaftlicher Hobbyfotograf und macht auf unseren Reisen auch Fotos mit seiner Drohne. Am campen begeistert uns vor allem die Freiheit dahin fahren zu können, wohin wir gerade wollen. Beim reisen ist es uns besonders wichtig möglichst viel vom Land zu sehen, die Kultur kennenzulernen und tolle Begegnungen mit Einheimischen und anderen Reisenden zu haben. 

Wir campen seitdem wir ein Paar sind und das sind jetzt schon 17 Jahre. Anfangs waren wir zelten und sind mit dem Rucksack im Zug oder dem Auto durch Südeuropa gereist. Wir haben vor ein paar Jahren zum ersten Mal ein zum Wohnmobil ausgebauten Kastenwagen geliehen und sind über Silvester nach Norwegen gefahren. Das hat uns so begeistert, dass wir seitdem mit unserem eigenen Kastenwagen (Pössl 2Win) 26 Länder und 21 Inseln in Europa bereist haben. Dabei haben wir knapp 140.000 Kilometer zurückgelegt, wir sind also theoretisch schon 3,5 Mal um die Erde gefahren ;-) 2016 waren wir für 4 Wochen in Marokko unterwegs und drei Jahre zuvor sind wir für 3 Monate mit unserem Campingbus auf die Kanaren übergesetzt und haben dort Inselhopping gemacht. Von einer weiteren, längeren Tour um das schwarze Meer oder bis zur Mongolei träumen wir noch.

Campen mit Steffi und Manuel

Welches ist die meist beeindruckendste Reise die Sie gemacht haben?

Unsere außergewöhnlichsten Reisen sind wohl unsere jährlichen Wintertouren durch Lappland. Auch das Nordkapp und die Lofoten haben wir bereits mehrfach im Winter bereist. Es fasziniert uns immer wieder durch die wunderschönen, schneebedeckten Weiten Skandinaviens zu fahren und dabei Elche und Rentiere zu beobachten. Aktivitäten wie eine Tour mit dem Husky Schlitten oder dem Schneemobil gehören für uns genauso dazu wie eine Schneeschuhwanderung oder Langlauf.

Erst dieses Jahr sind wir mit einem Guide auf dem Schneemobil fernab der offiziellen Tracks weit raus in die Tundra gefahren. Die Landschaft war gigantisch, so viel unberührte Natur. Schneehügel so weit das Auge reicht. Wir haben uns gefühlt wie auf einem anderen Planeten. Ganz weit draußen sind wir auf eine große Herde mit etwa 400 Rentieren getroffen und konnten den Züchtern bei ihrer Arbeit etwas über die Schulter gucken. Sehr sehenswert sind auch die Eishotels, von denen es mehrere verteilt in Lappland gibt. Jedes Jahr besuchen wir ein Anderes, wobei es auch nicht langweilig werden würde, jedes Jahr zum selben zu fahren. Da die Hotels komplett aus Schnee und Eis gebaut sind, müssen sie jedes Jahr neu errichtet werden da sie im Frühjahr mit den steigenden Temperaturen wieder dahin schmelzen. So fertigen Künstler aus der ganzen Welt jedes Jahr die Skulpturen und Betten neu an und das immer zu einem anderen Thema. In den meisten Eishotels gibt es außerdem ein Restaurant. Tagsüber bekommt man an der Eisbar kalte Getränke aus Eisbechern serviert und abends kann man einen Tisch vorbestellen und an den Tischen aus Eis essen. Die Nacht gehört ganz allein den Gästen des Hotels, denn natürlich kann man die Zimmer auch buchen und bei konstanten -6 Grad auf den eisigen Betten unter einem Rentierfell übernachten. Das wohl bekannteste und größte Eishotel ist im schwedischen Jukkasjärvi in der Nähe von Kiruna.

Campen in Sweden

Im finnischen Kemi sind wir vor 3 Jahren mit dem Eisbrecher über die zugefrorene Ostsee gefahren. Das Schiff stammt aus den 60er Jahren und war bis Anfang der 90er Jahre offiziell im Einsatz. Seitdem fährt es nur noch für Touristen raus und ist somit eines der wenigen weltweit. Während der vierstündigen Fahrt bricht das über 1 Meter dicke Eis am Bug des Schiffes als wäre es hauchdünn. Bei einem kurzen Stopp konnten wir uns in Survival Suits neben dem Schiff auf der Ostsee treiben lassen. Die Überlebensanzüge waren früher für den Ernstfall gedacht. Sie halten einen warm und man schwimmt von ganz alleine auf der Wasseroberfläche. Ein tolles Erlebnis!

Die Abende verbringen wir auf unseren Touren wenn möglich in der Sauna und kühlen uns anschließend im Eisloch ab, das wir auch schon das ein oder andere Mal mühsam selber ins Eis geschlagen haben. Schon oft hatten wir das Glück und konnten nachts die Nordlichter am Himmel tanzen sehen! Ein ganz besonderes Erlebnis hatten wir abends auf dem Weg zum Nordkapp. Da haben uns die Nordlichter begleitet und auch am nächsten Abend, oben am Kapp haben sie sich gezeigt. Das war wirklich magisch! Wer im Winter hoch zum Nordkapp will, trifft sich an der Gabelung zu Skarsvåg am Schrankenbaum. Von hier fährt man den letzten Pass 13 Kilometer im Konvoi hinter dem Schneefahrzeug her. Zweimal täglich hat man so die Möglichkeit, sicher zum Kapp und wieder zurück zu gelangen.

Wintercampen

Haben Sie noch Tipps für andere Reisende?

Wer im Winter oben in Skandinavien unterwegs ist sollte vor seiner Reise einiges bedenken. Es ist kälter als man das Wintercamping vielleicht aus Deutschland oder Österreich gewohnt ist. Im Januar fallen die Temperaturen nicht selten auf -60 Grad und die Sonne kommt in diesen Monaten nicht über den Horizont. Wir reisen daher immer im Februar oder März. Die Temperaturen liegen dann nur noch um etwa -30 Grad und wenn es nicht gerade schneit scheint auch die Sonne wieder hoch am Himmel. Auch das Wohnmobil sollte natürlich auf diese Temperaturen vorbereitet werden. Ein normales Winterpaket, womit viele Wohnmobile ab Werk ausgestattet sind, reicht oft nicht aus. Wir haben unseren Kastenwagen daher immer zusätzlich selber noch von innen Isoliert. Auch sollte man spezielles Motoröl verwenden und die Reise nicht mit einer alten Batterie antreten. Heizt man mit Gas ist es ratsam, sich vorab über die Standorte der Nachfüllstationen zu informieren. Bei den eisigen Temperaturen verbraucht man mehr Gas als gewöhnlich. Da ist eine 11 Kilogramm Flache schon nach 2-3 Tagen leer. Am wichtigsten ist aber die Bereifung. Die Schneefahrzeuge sind um diese Jahreszeit zwar Tag und Nacht im Einsatz, sie räumen aber nur den Neuschnee von den Strassen. Festgefahrener Schnee und pures Eis bilden dann den Strassenbelag. Wir fahren daher immer wie die Einheimischen mit Spikereifen. Das fahren damit ist in Deutschland allerdings verboten. Wir nehmen die Reifen immer im Wohnmobil im Stauraum unter dem Bett mit und lassen sie erst in Skandinavien wechseln. Wer keine eigenen Spikereifen hat, kann sich diese auch für die Dauer seiner Tour bei den meisten Reifenhändlern mieten. 

Campen im Winter

Haben Sie auch eine besondere Urlaubserlebnis oder haben Sie Ihren Wohnwagen oder Wohnmobil gestrichen oder komplett umgebaut? Lassen Sie es uns wissen und senden Sie dann eine E-Mail an: [email protected] und vielleicht wird Ihre Geschichte in einem unserer nächsten Blogs veröffentlicht!