TV-Sendungen, in denen Menschen Einblick in ihr Heim gewähren, sind sehr beliebt. Ob es nun um Wohnungen geht, die dringend renoviert werden müssen, um die Herausforderung mit wenig Geld schöner zu wohnen oder um Super-Heimwerker die Hobby-Bastlern helfen: Wir schauen gerne in die Wohnung von anderen Leuten. Aber wie sieht es mit Wohnwagen aus? Fragen Sie sich auch manchmal wie andere Urlauber ihren Wohnwagen eingerichtet haben? Wir schon! Darum werfen wir regelmäßig einen Blick in einen Wohnwagen.

Besitzer des Wohnwagens: Sandra und Marco 
Alter: 39 und 45
Camper seit: 2004
Wohnwagenmodell: Bürstner 5305 City 1995

Erzählen Sie hier bitte etwas über sich selbst und eventuell Partner/Kinder. 

"Mein Mann und ich sind seit 1997 zusammen, haben zwei Kinder (Leah 17 Jahre und Noah 11 Jahre) und sind seit 2003 verheiratet. Wir wohnen in Rostock."

"Das erste Mal, dass wir einen längeren Zelturlaub gemacht haben, war 2004. Die Eltern meines Mann waren schon immer Camper und wir sind dann spontan mit ihnen nach Usedom Zempin gefahren. Damals war ich in Elternzeit und Zelturlaub war günstig. Wir haben mit meinen Schwiegereltern in einem Zelt geschlafen. Für Leah hatten wir ein Reisebett dabei. Heute gar nicht mehr denkbar, mit zwei Familien in einem Zelt. Dann haben wir das Zelt meiner Schwiegereltern geschenkt bekommen und sind das Jahr darauf das erste mal alleine für 2 Wochen zelten gefahren, zum Naturcampingplatz Ueckeritz auf Usedom."

"Da hat uns das Campingfieber gepackt und wir sind jedes Jahr im Sommerurlaub dort hin gefahren."

"Dann haben wir Jahre später auch die Pfingstferien für uns entdeckt und verbringen jedes Pfingsten auf dem gleichen Platz in Ückeritz. Zur jährlichen Stammgruppe gehören mittlerweile 5 Parteien mit insgesamt 17 Personen."

Erzählen Sie etwas über den Ankauf dieses Wohnwagens. 

"Von Jahr zu Jahr wurden unsere Zelte größer, die Luftmatratzen haben wir dann auch entsorgt und uns Campingliegen zugelegt. Eine aufblasbare Couch, Kühlschrank und Fernseher wurde zur Grundausstattung. Wenn man jedes Jahr auf den gleichen Platz fährt, kennt man die anderen Camper um sich herum. Man hat die Kinder aufwachsen sehen und es gab viele, die das eine Jahr noch mit Zelt da waren und im nächsten Jahr mit einem Wohnwagen. Jedesmal wenn wir wieder nach Hause gefahren sind wurde der Wunsch nach einem Wohnwagen größer und größer."

"2016 eine Woche vor Pfingsten sagte mein Mann an einem Sonntagmittag zu mir “guck doch mal hier”! Ein Wohnwagen war zu verkaufen, in Marlow, bei Rostock. Wir haben den Verkäufer daraufhin angeschrieben und gleich einen Besichtigungstermin vereinbart. Also sind wir los. Mit Schmetterlingen im Bauch. Mein erster Gedanke, okay riecht nicht schlecht, total alt aber alles heil und ordentlich, tolle Aufteilung, genug Platz für uns vier und irgendwie traf er mich sofort ins Herz. Für mich war klar, den will ich. Mein Mann war nicht ganz so überzeugt wie ich, vielleicht war das auch eher Verhandlungsgeschick. Nach einem Preiskampf dann aber die Zusage. Wir kaufen!"

"Nun war Sonntag und eine Woche später ging es wie jedes Jahr zu Pfingsten nach Ückeritz. Und da sollte er natürlich mit. Also machte der Verkäufer zwei Tage später TÜV und wir konnten Ihn am 12. Mai 2016, einen Abend vor der Abfahrt ins Pfingstwochenende, abholen. Man waren wir stolz."

Wie ist die Idee, den Wohnwagen zu pimpen, entstanden? 

"Für mich war von Anfang an klar, das die Möbel nicht so braun bleiben können. Mein Mann meinte anfangs, ach, das hat Charme und ist sonst so viel Arbeit. Was ist, wenn das dann nicht gut aussieht."

"Aber ich ließ mich davon nicht entmutigen. Ich kaufte spontan helle Decken und bedeckt die hässlichen Bezüge, bei unsere ersten Pfingfahrt, damit und da konnte man schon eine große Veränderung sehen. Die erste Nacht im Wohnwagen war aufregend, für die Kinder, aber auch für uns."

"Und irgendwie blieb im Hinterkopf der Gedanke mit dem Streichen hängen. Ich folge auf Instagram vielen Wohnwagenbesitzern und ich war mir sicher, mein Wohnwagen wird innen eine Komplettrenovierung in den Farben weiß/dunkelgrau bekommen."

Wie ist die Umbauphase verlaufen?

"Die erste, riesengroße Veränderung waren die Bezüge. Ich hatte im Internet einen hellen Lederstoff gefunden und gleich 15 Meter bestellt. Leider wollte meine Nähmaschine nicht so wie ich und deshalb musste ich die Bezüge mit der Hand nähen. Mein Ehrgeiz war geweckt - an jedem Abend ein Bezug. Nach zwei Tagen taten mir die Finger so weh, dass mein Mann mithalf und so schafften wir es nach 6 Tagen. Ich habe noch tolle Knöpfe als Deko Highlight gekauft und schon waren die Polster wie neu. Wir fuhren gleich zum Wohnwagen und der Unterschied war wie Tag und Nacht. Ein riesen Erfolg für uns. Gefühlt taten mir noch wochenlang die Fingerkuppen weh, aber die Arbeit hatte sich gelohnt."

"Als nächstes war das Wohnwagenbad dran. Die Plastikeinbauten waren durch die Zeit vergilbt. Das Projekt hatten wir für ein Wochenende auf dem nahegelegenen Zeltplatz in Graal Müritz geplant. Freitagabend nach der Arbeit los, einen entspannten Abend haben und Samstag nach dem Frühstück mit dem Wohnwagen Badumbau starten. Aber als ich nach dem Abendbrot vom Abwaschen kam, lag die komplette Badeinrichtung vor dem Wohnwagen und das Bad war leer. Mein Mann konnte es nicht mehr abwarten. Nur die Toilette stand noch. Ein neues weißes Waschbecken hatte wir bestellt und auch nur dieses wurde im neuen Bad angebracht. Die Wände wurden weiß, ein bisschen Deko für Handtücher und Zahnputzzeug und fertig war unser neues schlichtes Bad. Plötzlich wirkte alles viel größer, moderner und freundlicher. Und dann stand fest, das die Umgestaltung der Möbel in Angriff genommen werden soll. Zwei Wochenende haben wir daraufhin auf unserem Wochenendgrundstück in Krakow am See mit abschleifen und streichen verbracht. Mein Mann hat die Türen abgebaut und innen alles geschliffen und gestrichen. Ich habe draußen vor dem Wohnwagen die Türen geschliffen und gestrichen. Nach 2 Wochenende war alles fertig und der Wohnwagen strahlte in neuem modernen Design. Die Schiebetür zwischen Wohn- und Schlafbereich haben wir auch gleich mit ausgebaut. Brauchen wir nicht und ist nur Gewicht, das wir mit herumfahren."

"Mein Mann hat einen neuen größeren Wassertank, einen Wassereinfüllstutzen und eine neue Serviceklappe, sowie neue Dachlucken eingebaut. Die alte 3,50 m Markise wurde durch eine neue 5 Meter Markise ersetzt und neue Seitenwände (von Obelink) gekauft."

"In den nächsten Jahren folge noch die Veränderung der Tischplatte und den Schrankoberflächen. Diese haben wir mit Vinyl beklebt. Letztes Jahr haben wir dann noch den Fußboden neu verlegt und dieses Jahr wurde der Gasherd entfernt und auch die Arbeitsfläche in der Küche wurde mit Vinyl verschönert."

"Wir haben den Wohnwagen in den 3 1/2 Jahren in den wir ihn haben von Grund auf erneuert."

Hat Ihr Wohnwagen einen Kosenamen?

"Die Kinder durften sich einen Namen aussuchen und da er von der Firma Bürstner ist sind sie relativ schnell auf Bürsti gekommen. Und so heißt er seitdem auch. Unser Bürsti."

Worauf sind Sie besonders stolz?

"Auf das Projekt an sich, die Zeit, die wir zusammen daran gearbeitet haben. Unsere Ideen, die zum Anfang nur in unseren Köpfen waren und nach und nach Wirklichkeit wurden."

"Das wir für wenig Geld diesen Wohnwagen bekommen haben und durch Eigenleistung so einen tollen Blickfang daraus gemacht haben. Wir haben so viele schöne Momente als Familien zusammen erlebt. Wir freuen uns schon auf die neue Campingsaison 2020. Wir stehen in den Startlöchern für das Frühlingswetter."

Bekommen Sie viele Reaktionen, wenn Sie mit dem Wohnwagen unterwegs sind? 

"Man kommt auf den Campingplätzen immer wieder mit Leuten ins Gespräch und es kommt auch vor, das plötzlich fremde Menschen bei uns im Vorzelt stehen und sich den Wohnwagen angucken wollen. Wir haben im Familien und Freundeskreis nur positive Reaktionen bekommen. Es ging soweit, das Freunde von uns sich einen ähnlichen Wohnwagen gekauft habe und diesen genauso umgestaltet haben. Auch meine Schwiegereltern haben sich von dem Thema Wohnwagen anstecken lassen. Mittlerweile sind wir mit unseren drei Wohnwagen viele Wochenenden im Jahr zusammen unterwegs. Unsere kleine Campinggemeinde."

Was sind Ihre Pläne für die nahe Zukunft mit diesem Fahrzeug? 

"Wir sind seit Mai 2016 schon 45 Mal mit Bürsti unterwegs gewesen. Wir führen ein kleines Wohnwagen-Tagebuch, vermerken dort Datum und Ort und ein Foto von uns vor dem Wohnwagen."

"Unsere Pläne sind auch im nächsten Jahr klar. Ferien und Wochenende sind wir mit Bürsti unterwegs. Ostern, Herrentag, Pfingsten, Sommerferien und Oktoberferien sind schon geplant und teilweise gebucht. Die einzelnen Wochenende planen wir nicht. Wir gucken einfach spontan, meistens fahren wir alle 2 Wochen von Freitagnachmittag bis Sonntag los. Letztes Jahr waren wir am Chiemsee, diese Jahr in Holland und nächstes Jahr geht es nach Schweden. Italien und Gardasee sind in Planung. Mal sehen, welche Orte wir noch mit Bürsti entdecken werden."

"Für uns steht auf jeden Fall fest, dass wir mit unserem Bürsti noch einige Jahre fahren werden. Wir haben so viel Zeit und Liebe investiert, ich kann mir gar nicht vorstellen ihn zu verkaufen. Dafür hängt mein Herz viel zu sehr daran."

 Übrige Besonderheiten, die es zu erwähnen gibt:

"Bürsti ist für uns eine Besonderheit."

Haben Sie Ihren Wohnwagen oder Ihr Wohnmobil auch umgebaut, bemalt oder möchten eine andere besondere Geschichte über Ihren Wohnwagen, Ihr Wohnmobil oder Zelt mit uns teilen? Schicken Sie uns dann eine Mail an [email protected] und vielleicht kommt Ihre Geschichte dann auf unsere Webseite.