Fernsehsendungen, in denen Menschen ihre Häuser vorstellen, sind sehr beliebt. Ob es ein Haus ist, das renoviert werden muss, ein Heimwerker, der nicht fertig wird, oder ein Haus, das vor dem Verkauf aufgepimpt werden muss: Wir schauen gerne in die Häuser anderer Leute. Aber was ist mit dem Wohnwagen von anderen? Sind Sie auch neugierig, wie jemand anderes seinen Wohnwagen eingerichtet hat? Wir schon! Deshalb schauen wir uns regelmäßig einen aufgemotzten Wohnwagen an. Diesmal den von Sarina.

Name des Eigentümers: Saina (Sari)30 Jahre
Campingurlaub seit: seit dem ich ein kleines Kind bin ca. 2 Wochen alt
Wohnwagentyp: Bürstner Club
Baujahr 1988
Wohnwagen aussen

Stellen Sie sich bitte kurz vor.

"Hallo, ich bin Sari, 30 Jahre alt und schon seit ich klein bin mit dem Campingleben vertraut.

Ich bin mit dem Campen groß geworden. Schon immer waren wir irgendwo mit dem Wohnmobil und später dann mit dem Wohnwagen unterwegs. Ich selbst hatte irgendwann keine Lust mehr auf Campingurlaub, da es davor immer sehr stressig zuging (wir waren immer zu 5. unterwegs, meine Eltern und meine beiden Schwestern. Da wir immer an die gleichen Orte fuhren, war es mir vor Ort dann oft zu langweilig. Schließlich distanzierte ich mich mehr und mehr vom Campen. Irgendwann sah ich immer mehr Bilder aus Amerika, Australien und überall auf der Welt, wo sich junge Menschen ihren Camper ausbauten. Das wollte ich auch! Zu der Zeit war das alles nur ein Traum. Irgendwann fing meine kleine Schwester an, sich mit den Gedanken auseinander zu setzen, sich einen eigenen Wohnwagen zu kaufen. Alle schmunzelten darüber, da sie nicht mal ein Auto oder einen Führerschein besaß. Doch ihr Entschluss stand fest: Kurz darauf stand ein kleiner Hymer Eriba auf unserem Hof. Das inspirierte mich meine Träume mehr zu leben und nicht direkt zu verschlagen, nur weil ich grade das Gefühl hatte, es würde sowieso nicht klappen. Ich half Ihr, wenn ich die Zeit fand und genoss das zusammenarbeiten und kreativ sein sehr."

"Heute fahren wir zusammen mit unseren Partnern campen."

Sitzecke vorher

Erzählen Sie etwas über den Ankauf dieses Wohnwagens.

"Der Entschluss stand fest: Ich wollte ein eigenes Projekt! Auch wenn es nicht der lang ersehnte Campingbus war, so sollte nun ein Wohnwagen her. Ein Objekt was mir helfen konnte, mich selbst zu verwirklichen! Ich wollte eine kleine Oase ganz nach meinen Vorstellungen erschaffen."

"Ich suchte viel im Internet auf den berüchtigten Seiten, bis ich irgendwann ein Objekt fand, was laut der Beschreibung im recht guten Zustand war. Kurzerhand fuhr ich mit meinem Vater hin - Leider ein totaler Reinfall! Auf dem Rückweg saßen wir im Auto und besprachen uns. Er hatte die Idee, zu gucken ob es nicht noch irgendwo Händler in der Gegend gab - Wir recherchierten. Ein paar Minuten später fanden wir einen und noch dazu, hatte er ein interessantes Angebot auf dem Hof. Der Wohnwagen war äußerlich in einem Top Zustand und mit TÜV (das war meinem Vater wichtig - er ist selbst handwerklich sehr begabt aber Autos gehören nicht so zu seinem Fachgebiet). Innen war der Zustand auch soweit ganz gut, etwas veraltet, nur hier und da ein paar kleinere Makel ... Ja, das war er nun, der kleine Rik sollte es werden. Ursprünglich kommt mein Wohnwagen aus den Niederlanden, daher wollte ich auch einen Namen, der damit in Verbindung steht. Mein Vater und ich waren uns direkt einig, die Basis ist super und daraus konnte bestimmt etwas werden."

Wie ist die Idee, den Wohnwagen zu pimpen, entstanden?

"Ich persönlich liebe Interior- und Inneneinrichtung und warum auf einem Campingurlaub darauf verzichten? Ich habe ganz speziell hier die Möglichkeit gesehen mit geringen Mitteln einen Wohlfühlort für mich zu schaffen. Mit Dingen, die ich liebe und die zusammenpassen."

"Ich erlebe ganz bewusst einen Wechsel in unserer Zeit. Viele junge Menschen merken, wie sehr sie die Verbindung und Nähe zur Natur schätzen. Mit Van oder Wohnwagen/Wohnmobil kannst du einfach viel unabhängiger und flexibler sein. Und wer braucht schon wirklich die vielen Quadratmeter Zuhause? Oft hörten wir doch viel zu viele Dinge darin, die wir gar nicht wirklich brauchen und die uns eher belasten als uns glücklich zu machen."

Erzählen Sie etwas über den Umbau.

"Als erstes habe ich angefangen den Wohnwagen von allen alten Dingen zu befreien: Gardinen, Stoffe, die Kissenbezüge, einfach alles wo sich Gerüche festsetzen konnten (ein Glück hatte er vorher keinen intensiven Eigengeruch). Als alles aus den Fächern und von den Wänden entfernt war, habe ich mit den Sitzbänken begonnen. Diese wurden ausgebaut, um eine Basis zum Streichen zu schaffen. Danach hieß es erstmal Pinsel in die Hand und bei über 40 Grad im Schatten streichen. (endlich mal richtig Sommer in Deutschland und davon wollte ich mich ganz bestimmt nicht abhalten lassen.) 3 Tage am Stück war ich damit beschäftigt, bis auch das letzte bisschen mit Farbe versehen war. Danach wurden alle Türen und Schränke gestrichen."

"Mir war es wichtig meinen eigenen Stil mit einzubringen und so versuchte ich mit Brainstorming alles festzuhalten, was mir gefallen könnte. Stück für Stück zog ein Umbauprojekt nach dem Anderen in Rik ein und ich war schnell begeistert was jeder Schritt für Veränderungen mit sich brachte. Unter Anderem sind ein toller Tisch und eine neue Schranktür entstanden. Nach ungefähr zwei Monaten war ich mit dem Gröbsten durch."

"Komplett fertig ist er bisher immer noch nicht: Ein paar Änderungen und Optimierungen in der Küche und auch die Aussenfarbe stehen noch an… und um ehrlich zu sein, wann ist man schon mal wirklich fertig? Es gibt immer was zu tun!"

Sitzecke hinterher

Was wurde alles umgebaut, gepimpt?

"Einige selbstgemachte Teile sind in den Wohnwagen eingezogen. Die Aufteilung und die meisten Möbel sind drinnen geblieben. Die Küche, Tische und ein paar Akzente habe ich verändert. Den Großteil bewirkt die helle Farbe und letztendlich die Inneneinrichtung mit Blick auf die Details wie Deko und Kissen. Wie bereits oben erwähnt, heißt mein Wohnwagen Rik. Weil das „Zuhause-Gefühl“ hier für mich im Vordergrund stehen sollte."

Küche nachher

Worauf sind Sie besonders stolz?

"Auf die Stimmigkeit und darauf das ich hier von Dingen umgeben bin, die mich glücklich machen! Das Ganze Projekt erfüllt mich mit Stolz."

Was sind Ihre Pläne für die nahe Zukunft mit diesem Fahrzeug?

"Im Sommer, sobald Camping wieder erlaubt ist, wollen wir wieder ans Meer."

"Ob Deutschland, Dänemark oder irgendwo anders in Europa schauen wir einfach spontan. Solange die Sonne scheint und meine lieben bei mir sein können ist meine Welt in Ordnung. (bisschen Regen ist manchmal auch okay)"

Details nachher

Bekommen Sie viele Reaktionen, wenn Sie mit dem Wohnwagen unterwegs sind?

"Dadurch, dass er zur Zeit von außen noch sehr unauffällig ist bekomme ich die meisten Reaktionen natürlich aus dem privaten Umfeld oder eben bei Instagram."

"Ich freue mich immer sehr wenn ich bei jemanden den Campingfunke entfachen kann und dieses Thema auch für „Nichtcamper“ interessant werden lasse."

Haben Sie auch einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil umgebaut, gestrichen oder haben Sie eine andere bemerkenswerte Geschichte über Ihren Wohnwagen, Ihr Wohnmobil oder Ihr Zelt? Senden Sie eine E-Mail an: [email protected] und vielleicht wird Ihr Fahrzeug auch in unserem Blog sein!