Fernsehsendungen, in denen Menschen ihre Häuser vorstellen, sind sehr beliebt. Ob es ein Haus ist, das renoviert werden muss, ein Heimwerker, der nicht fertig wird, oder ein Haus, das vor dem Verkauf aufgepimpt werden muss: Wir schauen gerne in die Häuser anderer Leute. Aber was ist mit dem Wohnwagen von anderen? Sind Sie auch neugierig, wie jemand anderes seinen Wohnwagen eingerichtet hat? Wir schon! Deshalb schauen wir uns regelmäßig einen aufgemotzten Wohnwagen an. Diesmal den von Tanja und Lukas.

Eigentümer des Wohnwagens Tanja und Lukas (Jasper 5 Jahre, Heidi 3 Jahre, Mops Martha, Französische Bulldogge Benno)
Camper seit 06/2019
Wohnwagen Typ Fendt Diamant 550 TG
Baujahr 1999
Ein Blick in den Wohnwagen von Lukas und Tanja

Erzählen Sie hier bitte etwas über sich selbst und eventuell Partner/Kinder.

Mein Mann Lukas ist 32 Jahre alt , unsere Kinder Jasper (5 Jahre) und Heidi (3 Jahre), die zwei Hunde Martha und Benno, und ich, Tanja 31 Jahre alt leben im schönen Ostwestfalen, ländlich gelegen, in einem Dorf. Beruflich arbeiten wir beide als Gesundheits- und Krankenpfleger in der Psychiatrie. Wir haben ein eigenes Haus mit Garten, von daher sind wir es gewohnt viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Irgendetwas fällt ja immer an, ob am Haus oder im Garten. Bedingt durch unsere zwei Hunde gehen wir viel spazieren und verbringen gerne Zeit in der Natur. Jasper ist ein begeisterter Entdecker, und findet immer etwas, was erforscht werden muss. Mein Mann ist leidenschaftlicher Jäger, möglicherweise rührt sein Entdecker Sinn von seinem Vater.

Wir campen seit Juni 2019, und sind quasi “Quereinsteiger”

Erzählen Sie etwas über den Ankauf dieses Wohnwagens.

Wir kamen durch Freunde auf die Idee einen Wohnwagen zu kaufen. Eigentlich ein bisschen aus dem Mangel an Mietwohnwagen auf dem Campingplatz. Wir wollten mit drei weiteren Familien ein paar Tage auf dem Campingplatz verbringen, alle Mietobjekte waren ausgebucht, zelten kam für meinen Mann nicht in Frage. Dann entstand die Idee, zum Wohnwagenhändler zu fahren, um mal zu schauen. Es sollte aber nicht beim schauen bleiben. Wir haben uns 4 oder 5 Wohnwagen beim Händler angeschaut, und der letzte ist es geworden. Ein Fendt Diamant 550 TG. Klassische Aufteilung, vorne zwei Einzelbetten, hinten die große Rundsitzecke, die zum Elternbett umgebaut werden kann. Einrichtung im Stile der 90er Jahre, dunkles Eichenholz, Mustergardinen und Blumenpolster, aber wir hatten sofort das Gefühl, mit ein bisschen Stoff und Deko kann man da was hübsches draus machen. Die Substanz war super, alles gepflegt, ordentlich und wirklich gut in Schuss gehalten. Insofern wir das beurteilen konnten, so komplett ohne Vorerfahrung. Weder mein Mann, noch ich haben jemals in einem Wohnwagen oder Wohnmobil geschlafen, geschweige denn Urlaub darin verbracht. Dann haben wir ihn am nächsten Tag gekauft, ohne lange zu überlegen. Ganz getreu dem Motto “Einfach mal machen, könnte ja gut werden” Irgendwie konnten wir uns beide vorstellen, dass uns das campen gefallen wird, den Kindern sowieso. Was gibt es schöneres für Kinder, als in der freien Natur und mit anderen Kindern Urlaub zu machen?! Man ist so flexibel, kann mal über ein Wochenende los, und das schönste daran ist, man hat immer ein kleines Stück Zuhause bei sich.

Ein Blick in den Wohnwagen von Tanja und Lukas

Wie ist die Idee, den Wohnwagen zu pimpen, entstanden?

Der ursprüngliche Plan nach dem Kauf war, neue Bezüge für die Polster, alle Gardinen raus, die alten Teppiche sollten neuen weichen. All das haben wir auch direkt umgesetzt und es hat uns ganz gut gefallen. In den sozialen Medien sind wir dann aber immer öfter auf “gepimpte” Wohnwagen gestoßen, hell, freundlich und so individuell. Das wollten wir auch. Der Entschluss hat aber dann letztendlich noch 6 Monate auf sich warten lassen. Wir hatten aber wirklich Respekt vor der ganzen Arbeit. Und so richtig habe ich mir das zunächst nicht zugetraut. Das bedeutete natürlich, wenn gestrichen werden soll, alle Fronten, Türen, Schubladen, einfach alles anschleifen, was abmontierbar ist abmontieren, grundieren und 2-3 Schichten Farbe drauf. Nach 6-monatiger Bedenkzeit haben wir es dann einfach gewagt. Und es sah toll aus. Jetzt hieß es ran an die Arbeit.

Ein Blick in den Wohnwagen von Tanja und Lukas

Erzählen Sie etwas über den Umbau.

Im Dezember ging es dann los. Also zunächst alle Schranktüren, Fronten und Schubladen, Schiebetüren abmontiert . Die einzelnen Teile habe ich im Haus angeschliffen, grundiert und gestrichen. Neue Griffe hat mein Mann bestellt und vom ersten Teilergebnis waren wir schon mal begeistert. Dann ging es in den Wohnwagen. Alle festen Teile ebenfalls anschleifen, grundieren, streichen. Nachdem der hintere Teil fertig war, wollten wir den Wohnwagen eigentlich wieder in seinen Unterstand bringen, da es mittlerweile Januar war, und sehr kalt.

Unsere Heidi ging aber dann in den Kindergarten und somit hatte ich Vormittags Zeit mich weiter um die Renovierung zu kümmern, da ich hauptsächlich im Nachtdienst arbeite. Also Gasheizung an, und weiter ging es im “Kinderzimmer”. Böse Überraschungen gab es zum Glück nicht, hier zeigte sich mal wieder, wie gut der Camper von seinen Vorbesitzern gepflegt worden war. Nach knapp drei Monaten war unsere “Renovierungsaktion” abgeschlossen, und ich muss sagen, zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, wir werden nie fertig.

Ein Blick in den Wohnwagen von Tanja und Lukas

Was wurde alles umgebaut, gepimpt?

Wir haben den Camper nicht umgebaut, sondern nur etwas aufgehübscht. Die Aufteilung ist perfekt für uns, deswegen haben wir ihn uns so ausgesucht. Innen wurde alles weiß und grau gestrichen. Die Küche hat Klebefliesen bekommen. Gardinen und Sitzpolsterbezüge habe ich selbst neue genäht. Die Bettseiten, der Kälteschutz bekam ebenfalls neuen Stoff. Die Arbeitsplatten von der Küche, unter dem TV und vom Tisch wurden foliert, die Kanten ebenfalls gestrichen und mit kratzfestem Lack versehen. Ein frischer Teppich musste her, und natürlich Deko, wie Wimpelketten, Kerzen, neue Lampen und solche Kleinigkeiten. Das Badezimmer haben wir so belassen, warum praktische und funktionierende Teile entfernen? Das kam für uns nicht in Frage.Lediglich weißer Deckenanstrich und eine Wand wurde mit Klebefolie ausgestattet. Eine frische Toilette gabs dann aber doch.

Ein Blick in den Wohnwagen von Tanja und Lukas

Worauf sind Sie besonders stolz?

Unsere Küche gefällt mir am besten. Die Klebefliesen schaffen viel Individualität und sind einfach hübsch anzusehen. Zudem koche ich gerne auch im Wohnwagen, das macht in einer schönen Küche noch mehr Spaß. Grundsätzlich bin ich aber mit dem ganzen Wohnwagen super zufrieden. Aktuell könnte ich mir keinen besseren für uns vorstellen. Wir haben soviel Arbeit und Herzblut hinein gesteckt, sodass er dadurch so richtig zu unserem Wohnwagen geworden ist.

Bekommen Sie viele Reaktionen, wenn Sie mit dem Wohnwagen unterwegs sind?

Von außen sieht er ja noch aus wie 1999, deswegen spricht uns kaum jemand an. Freunde und Bekannte haben positives Feedback gegeben. Am besten gefällt vielen die Küche. Durch die Helligkeit wirkt er jetzt viel größer, das hören wir öfters mal.

Ein Blick in den Wohnwagen von Tanja und Lukas

Was sind Ihre Pläne für die nahe Zukunft mit diesem Fahrzeug?

Unsere Pläne für dieses Jahr sind, das Badezimmer neu zu tapezieren, das Kinderzimmer soll ein neues großes Heki-Fenster bekommen. Die Eingangstür wird dieses Jahr ebenfalls einen Anstrich bekommen. So richtig fertig ist man bei einem alten Wohnwagen wahrscheinlich nie.

Wenn Corona es zulässt, möchten wir mit lieben Verwandten im Frühjahr knapp 3 Wochen nach Südfrankreich fahren. Im Sommer sind 2 Wochen auf unserer Herzensinsel Fanø in Dänemark geplant. Mein Mann verbringt dort Urlaube seit seiner Kindheit.

Holland steht auch noch an, wir haben aus dem letzten Jahr noch einen Gutschein von einem Campingplatz, da unser Osterurlaub aufgrund der Pandemie nicht stattfinden konnte.

kerzenschein

Haben Sie auch einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil umgebaut, gestrichen oder haben Sie eine andere bemerkenswerte Geschichte über Ihren Wohnwagen, Ihr Wohnmobil oder Ihr Zelt? Senden Sie eine E-Mail an: [email protected] und vielleicht wird Ihr Fahrzeug auch in unserem Blog sein!