TV-Sendungen, in denen Menschen Einblick in ihr Heim gewähren, sind sehr beliebt. Ob es nun um Wohnungen geht, die dringend renoviert werden müssen, um die Herausforderung mit wenig Geld schöner zu wohnen oder um Super-Heimwerker die Hobby-Bastlern helfen: Wir schauen gerne in die Wohnung von anderen Leuten. Aber wie sieht es mit Wohnwagen aus? Fragen Sie sich auch manchmal wie andere Urlauber ihren Wohnwagen eingerichtet haben? Wir schon! Darum werfen wir regelmäßig einen Blick in einen Wohnwagen.

Besitzer des Wohnwagens: Jiska
Camper seit: Als Kind mit den Eltern campen gefahren und seit dem Kauf eines eigenen Wohnwagens (2012) gelegentlich am Wochenende und beim jährlichen Pimp Festival unterwegs.
Wohnwagenmodell: Eiffelland - Knaus 300
Baujahr: 1980

 

Erzählen Sie etwas über sich. Wer sind Sie und wie lange campsen Sie schon?

„Ich bin Jiska und lebe schon mein ganzes Leben im schönen Hoek van Holland. Ich bin seit ungefähr 15 Jahren mit meinem Partner Sander zusammen. Ich habe einen Sohn Lars (20), Sander hat eine Tochter Lieke (17) und zusammen haben wir eine Tochter Tess (12). Ich arbeite als Praktikumskoordinator in der größten GGZ-Einrichtung in den Niederlanden.“

„In meiner Freizeit bin ich gerne kreativ. Vom Renovierung kleiner Möbel bis hin zur Umgestaltung der Inneneinrichtung. Besonders gerne arbeite ich mit Holz und Farbe. Außerdem finden Sie mich regelmäßig mit unserem Hund Guus am Strand und ich habe sehr viele Freunde, also ein sehr schönes soziales Leben.“

„2010 habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet, in dem ich hauptsächlich meine Kreativität einsetzen kann. Übrigens, mein Mann mag Camping überhaupt nicht, aber er hat meinen Plan für den Kauf und die Realisierung eines aufgemotzten Wohnwagens unterstützt. Neben dem jährlichen Pimp Festival, zu dem ich jedes Jahr mit meinen Töchtern gehe, fahren wir auch ab und an ein Wochenende mit dem Wohnwagen los."

Erzählen Sie uns vom Kauf des Wohnwagens. Welchen Wohnwagen haben Sie gekauft?

„Ich habe 2012 einen Knaus 300 Baujahr 1980 von marktplaats.nl gekauft. Damals war das Pimpen bzw Aufmotzen bei weitem nicht so angesagt wie heute. Die Wohnwagen waren daher viel leichter zu finden. Ich war auf der Suche nach einen kleinen, formschönen Wohnwagen. Ich hätte mir eine etwas rundere Tür gewünscht, aber es war so auch völlig in Ordnung. Ich erinnere mich, das ich gerade in Spanien war, als ich den Wohnwagen fand und der Mailverkehr begann. Ich bat meinen handwerklich begabten Bruder, mit mir die technischen Unterteile zu überprüfen. Er nahm, was sehr geschickt war, auch ein Feuchtigkeitsmessgerät mit, damit wir das messen konnten. Nach einer Inspektion konnten wir feststellen, dass dies ein sehr anständiger Preis für einen Wohnwagen war, welcher sich in so einem ordentlichen Zustand befand. Neben dem Wohnwagen bekamen wir sogar eine komplettes Vorzelt mit Sonnensegel, das kaum benutzt war. Kurz gesagt, ein Schnäppchen für nur 500 €."

„Das Innere war komplett im Retro-Stil  - Braun und Orange. Die Außenseite war weiß mit 2 grünen Streifen, ich erinnere mich, dass sich der Vorbesitzer freute als er hörte, dass ich den Wohnwagen pimpen wollte. Er lachte, als ich sagte, dass er rosa werden würde. Der Wohnwagen durfte sofort mit mir nach Hoek van Holland kommen. Ich war so glücklich!"

Wie kam es zu der Idee, den Wohnwagen zu pimpen?

„Die Idee, einen Wohnwagen zu kaufen, kam nachdem ich auf einer Veranstaltung war, bei jemand einen kreative Workshops von einem Zigeunerwagen aus gab. Wie schön wäre es, etwas Eigenes auf Rädern zu haben. Die Idee eines Wohnwagens war nicht sehr überraschend, da sowohl mein Schwager als auch mein Bruder bei einer Wohnwagenfirma in der Nähe arbeiteten. Zuerst fragte ich, ob es Möglichkeiten zur Stallung gäbe, und dann fragte ich meinen Bruder, ob er mir beim Umgestalten (die Außenseite) des Wohnwagens helfen würde. Das Innere war natürlich meine Aufgabe. Das ist das Beste!“

„Dass ich den Wohnwagen innen und außen aufpeppen wollte, war schon vor dem Kauf klar. Ich hatte ganze Moodboards gemacht. Es sollte mein Projekt sein und es musste, komme was wollen, gut werden. Ich konnte es kaum erwarten. Ich erinnere mich gut, dass ich bereits eine Anfrage erhalten habe, den rosa Wohnwagen in einer Grundschule für Sinterklaas zu vermieten. Wir hatten bis dahin ungefähr noch 5 Wochen Zeit ... eine schöne Frist. Danach war das Innere an der Reihe.“

„Die Idee, den Wohnwagen zu pimpen, ist keine Überraschung, da ich mich für Innenarchitektur, Dekoration und Kreativität interessiere. Ich wollte den Wohnwagen wirklich zu meiner Visitenkarte machen. Vom ersten Moment an dachte ich jedoch, dass ich den Wohnwagen innen intakt lassen wollte, damit ich ihn jederzeit zum Campen nutzen kann.“

„Inzwischen hat meine rosa Hütte bereits eine zweite Metamorphose durchlaufen. Beim ersten Styling hatte ich alles auf alles gesetzt. Alles musste rosa und hellblau sein. Wirklich super süß und vor allem. Für das Äußere des Wohnwagens passte das auch perfekt, aber nach ungefähr 6 Jahren kamen die Wände dann doch etwas auf mich ab und ich merkte, dass der Stil nicht mehr zu mir passte. Ich habe mich 2018 für einen tollen ruhigen Look entschieden.“

„In 2018 habe ich auch die Außenseite überarbeitet. Nicht ganz freiwillig, aber leider war es, nach einem großen Schaden, welcher auf einem Event endstand, notwendig geworden. Am Ende war es ein guter Zeitpunkt, sich wieder darum zu kümmern, denn nach so vielen Jahren bekommt es doch immer einige hässliche Stellen. “

Erzählen Sie, wie die Renovierung verlaufen ist. Ist alles nach Plan gelaufen?

  „Wir haben mit dem Groben Restaurieren des Wohnwagens begonnen: Fenster raus, Gummi abnehmen usw. Dann alles abkleben, Dellen füllen und viel schleifen. Dann alles in rosa Lackiert. Ich hatte diese Farbe schon lange zuvor ausgewählt. Ich hatte mir genau das das Farbmuster schon einige Zeit vorgestellt.“

„Wir hatten keine wirklichen Rückschläge. Der Wohnwagen sah sehr ordentlich aus und hatte keine faulen Stellen. Das einzige, was ich ärgerlich fand war, dass der Klettverschluss rund um die Fenster und Oberlichter mit einer Art Dichtmittel verklebt war. Wir konnten dies nicht einfach entfernen, da dann alles beschädigt werden würde. Ich habe sie bei der ersten Runde unverändert gelassen. Das Beste war, das Innere neu zu verkleiden. Lampen wieder rein, Gummi und Fenster sauber machen usw. Es wurde immer schöner. Alles verlief reibungslos und nach Plan. Ich habe versucht, jede freie Stunde im Wohnwagen zu verbringen.“

Was haben Sie alles verändert?

„Das Innere ist intakt geblieben, aber alles wurde verschönert. Ich habe die Decke und die Wände im Originalzustand gelassen. Die Möbel waren ebenfalls alle in Holzfarbe und ich habe sie zunächst hellblau gestrichen. Also zuerst geschliffen und grundiert. Mit Hilfe meiner Mutter habe ich die Kissen mit rosa Stoff bedeckt und wir haben auch die Vorhänge in dieser hellen Farbe gemacht. Als letzten Schliff habe ich beschlossen, die Holzkante, die im Wohnwagen rundum verläuft, mit verschiedenen Arten von Geschenkpapier zu pimpen. Das brachte Blau und Rosa wieder zusammen. Der kitschige rosa Kronleuchter vom Kringloop hat die Verwandlung komplett gemacht.“

„Bei der zweiten Restauration habe ich alle Möbel in einer neutralen beige Farbe gestrichen, die Sitze der Bänke mit schwarzem Stoff bedeckt und die Rückenlehnen mit einem cognacfarbenen Stoff versehen. So schön, ruhig und vorallem sehr cool. Diesmal habe ich auch die Decke gestrichen, da die Klettbänder nun einige Schäden aufwiesen. Ich konnte alle Unregelmäßigkeiten beseitigen. Was für ein ordentliches, elegantes und vor allem frisches Aussehen des Wohnwagens gesorgt hat .“

„Ich habe die Wände mit Holzmustermotiv dekoriert. Neue Kissen, coole Accessoires und hier und da ein pinkes Accessoir und das Pimpproject 2.0 war fertig. Das Innere durchlief eine vollständige Metamorphose. Das Äußere wurde nach der Reparatur des Schadens mit einem neuen rosa Anstrich versehen. Wir haben auch die Außenseite mit einem weißen Streifen und neuen Aufklebern versehen. Das Äußere ist jetzt nach all den Jahren auch ein bisschen anders.“